Diskussionsbedarf
11.08.2009 / Lokales

Markus Grenz

Haarzopf. Wahlkampf ist schweißtreibend. Das stellte Oberbürgermeister-Kandidat Franz-Josef Britz (CDU) bei seinem kilometerlangen Rundgang bei fast schon tropischen Temperaturen in Haarzopf fest. Schließlich erwarteten ihn an jeder der „Baustellen" im Stadtteil zahlreiche Bürger und Mitglieder der „Bürger Bewegung Haarzopf" (BBH) zur Diskussion.

Die muss jedoch ein paar Minuten am Startpunkt, dem Parkplatz Lilienthalstraße, wegen Fluglärms warten. Eine Steilvorlage für den Kandidaten. „Da haben wir genau das Problem", unterstreicht Britz und verspricht den zahlreichen Zuhörern Abhilfe. „Wir werden dem schleichenden Ausbau des Flughafens Essen/Mülheim nach Kräften entgegenwirken und uns dafür einsetzen, dass der Flugbetrieb Schritt für Schritt aufgegeben wird", sagt Britz zur Freude der Anwesenden und stellt das Ziel klar: Umwandlung des Flughafens in ein Gewerbegebiet. „Warum keine Grünfläche?", sind einige der Anwesenden darüber gar nicht mehr erfreut.

Dem Teilerfolg folgt der Sieg nach Punkten. Auf dem Schulhof der Grundschule an der Raadter Straße empfangen Britz die Verfechter für einen Ausbau der Lehranstalt vor Ort. „Die Parteikollegen in Haarzopf favorisieren diesen Standort als Lösung für den Stadtteil. Wir werden dem nicht entgegenstehen, müssen aber noch eine Prüfung verschiedener Sachprobleme abwarten", erläutert Britz. Platz, Finanzierungsfragen und nicht zuletzt die Haltung der Nachbarn im benachbarten Neubaugebiet Rottmannshof müssten unter anderem noch geklärt werden. Am liebsten, so Britz, will er die Entscheidung noch in der letzten Sitzung des aktuellen Stadtrates im September in trockene Tücher wickeln. Da kennt er die Mehrheiten.

Als letzte verbliebene Alternative zur Raadter Straße nennt er das Grundstück, auf dem derzeit noch ausrangierte Übergangswohnheime stehen: Auf'm Bögel. Zahlreiche Haarzopfer im BBH-T-Shirt erwarten den Kandidaten hier. „Halten Sie ihr Versprechen: Lassen Sie die Gebäude abreißen und eine Grünfläche anlegen", fordern sie Britz auf. In sechs Monaten, versichert er, würden die Häuser verschwunden sein. Mit der Zusage der Grünflächen tut er sich schwerer. „Das hängt eben von der Grundschulfrage ab", gibt Britz zu.

Positive Nachrichten hat er danach auch für die Kleingärtner der Anlage Kirschbaumsweg, die den Kandidaten an der Neuen Mitte erwarten. Auch hier war ein Schulneubau im Gespräch. „Für die Grundschule in Haarzopf kommen nur noch die Raadter Straße oder das Grundstück Auf'm Bögel in Frage", wiederholt er das Thema des Tages. „Aber heißt das auch, dass die Kleingärten geschützt sind?", hakt Felix Brockerhoff von der BBH nach. „Sollte ich zum OB gewählt werden, für die nächsten sechs Jahre auf jeden Fall", verspricht Britz.

Christian Kromberg, stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender der CDU in Haarzopf, kann weitere Befürchtungen zerstreuen. „Auch für andere mögliche Vorhaben, etwa den Bau einer neuen Kindertagesstätte, gibt es genügend Grundstücke im Stadtteil, bei denen wir kein Grün verdrängen müssen", so Kromberg.

Das hört man vor Ort gern. Und als Franz-Josef Britz auch noch den Start des Ausbaus der Neuen Fulerumer Straße für September ankündigt, sind alle zufrieden.

Als er in seinem offenen Smart davonbraust, hat er seine Mission in Haarzopf erfüllt. Die Frischluft wird ihm gut getan haben: Wahlkampf ist schweißtreibend.

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